Die Akademie Lernen von Innen wächst weiter

Junge Menschen suchen nach sinnstiftender Aufgaben.

Von Rüdiger Bachmann

Für den Start des neuen und damit inzwischen 6. Zyklus der Herausbildung zum Lernbegleitenden gibt es sogar zwei Neuigkeiten, die wir etablieren wollen, weil sie den sich wandelnden Gegebenheiten des Bildungsbereiches und der alternativen Schulen, Initiativen und Kindergärten entsprechen.
Immer mehr Teams bemerken Herausforderungen auf dem Gebiet der Teamentwicklung, die nicht alleine durch Supervision oder punktuelle Beratung von außen lösbar sind. Viele gesellschaftliche Einflüsse – vor allem seien hier genannt die Digitalisierung und immer mehr Jugendliche, aber vor allem Kinder, die mit Mediensucht-Tendenzen zu kämpfen haben – machen freie und selbstbestimmte Bildung deutlich schwieriger. Darauf reagiert die Akademie mit der Entwicklung eines weiteren Formates: Die Teambegleiter-Herausbildung.
Inhaltlich liegt hier der Schwerpunkt nicht mehr auf der Begleitung von Kindern im freien Bildungsalltag, sondern in der Entwicklung und Begleitung der Erwachsenen in Teams und Schulleitungen, sei es als besonders ausgebildeter Mitarbeiter oder natürlich auch in externer Begleitung.
Die Pioniere starten im Dezember und freuen sich auf Zuwachs von Menschen, die – kurzentschlossen – genau diese Herausforderung in ihrem Umfeld erkennen und Teil der Lösung werden wollen.

Gleichzeitig – und sicher nicht zufällig – entsteht in immer mehr jungen Menschen, die sich in diesem Feld bewegen, ein vielfältig spürbarer Wunsch nach Gestaltung und Mitentwicklung, den wir sehr positiv sehen. Diese trotz Unkenrufen über Generation X oder Z und ihre angebliche „Faulheit“ sehr aktive junge Menschen, suchen nach wirklich sinnstiftenden Aufgaben und Herausforderungen.

Sie zeigen oft – wie eben ihre Vorbilder z.B. in der Klimadebatte – bemerkenswerte Ausrichtung und Kraft, gepaart mit einer fast schon Verzweiflung zu nennenden Suche nach neuen Möglichkeiten und Formaten, die nicht aus dem Alten schöpfen um Neues zu erreichen.
Dabei entsteht immer mehr der Wunsch, auch solche Ausbildungen zu machen, wie die Akademie sie anbietet. Dieser Bedarf und ein lang gehegter Wunsch der Akademie, führt zum Start des „Stipendientopfs junge Menschen“.

Ein Beispiel für zwei solche Menschen ist der folgende Brief, den sie nun so oder ähnlich an Stiftungen und Menschen mit Förderwillen in Bildungserneuerung richten.

Wir sind Paula und Alma, 20 Jahre alt und motiviert dabei uns zu entwickeln, um eine möglichst wirksame Rolle in dieser Welt einnehmen zu können. Wir haben das tiefe Bedürfnis, ökologisch, gesellschaftlich und sozial eine neue Kultur zu schaffen die natur- und menschengerechter ist. Unser Ansatz ist es, uns selbstbestimmt unseren Lernweg zu suchen, um genau die Dinge zu lernen und die Fähigkeiten zu entwickeln, die uns auf diesem Weg unterstützen. Konkret ging es dabei in unserem letzten Projekt, der Wanderuni, um Themen wie Kommunikation, alternative Bildungsformen, Gruppenprozesse, Naturverbindung und Tauschlogik.

Wir schreiben, weil uns eine Lernmöglichkeit begegnet ist, die uns auf diesem Weg als unglaublich sinnvoller nächster Schritt erscheint. Die Herausbildung*. In dieser Ausbildung, an der ‘Akademie  Lernen von Innen’, geht es darum, einen sehr persönlichen Lernweg, zur Lernbegleiterin für Freie Schulen, zu gehen. Da einer der Grundsätze der Ausbildung ist, dass gesundes Lernen nur in Beziehung möglich ist, geht es in der Ausbildung, neben dem Erlernen von fachlichen Kompetenzen, hauptsächlich um das Transformieren einer inneren Haltung. Im Grunde geht es darum, sich mit persönlichen und zwischenmenschlichen Themen zu befassen, um ein stabiler Mensch zu werden, mit einer bewussten Kommunikation, deutlichen Grenzen, innerer Klarheit, und einer dadurch inspirierenden Art.
Uns spricht die Ausbildung sehr an, da wir durch sie eine gute Basis entwickeln können. Außerdem finden wir die Ansätze der Ausbildung, ihre Mentoren und das Konzept der Freien Schulen sehr inspirierend. In unserer WanderUni – Zeit haben wir verschiedene freie Schulen besucht, Alma ist selbst in eine freie Schule gegangen und all diese Schulen haben uns tief überzeugt. Wir glauben, dass diese Form von Bildung, in der Kinder und Jugendliche vollkommen ernst genommen, gesehen und in ihrer Selbstbestimmung unterstützt werden, zu verantwortlichen, begeisterten und Initiativen ergreifenden Menschen führt. Die diese Welt unbedingt braucht!

Da die Ausbildung nicht staatlich finanziert wird, sind mit ihr (für uns sehr hohe) Kosten verbunden. Die Herausbildung läuft 1,5 Jahre und die Ausbildungsgebühren betragen 8.522,52 Euro. Mit Reise – und Verpflegungskosten werden die Gesamtkosten wahrscheinlich um die 12.000 Euro sein. Nachdem wir aus den Niederlanden und Österreich (wo es eine vergleichbare Ausbildung nicht gibt) kommen, ist für uns eine Finanzierung über das Arbeitsamt nicht möglich.
Wir sind nicht in der Lage die ganzen Kosten zu übernehmen. Da wir sehr motiviert sind und daran glauben, dass diese Ausbildung nicht nur uns, sondern auch den Projekten die wir in Zukunft machen wollen (wie einer Schulgründung!), unseren Mitmenschen und dem kulturellen Wandel dienen kann, hoffen wir, finanzielle Unterstützung zu finden.
Paula und Alma

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    Mit 12 hochkarätigen Vortragenden aus Ackerbau, Gemüsebau, Agroforstwirtschaft, Waldwirtschaft, Wasserretention, Aufbau von Humus-Netzwerken und v.a. Themen, war die Veranstaltung mit fast 100 Teilnehmenden, den spannenden Vorträgen und Austauschmöglichkeiten wieder ein voller Erfolg.

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