Frieden schaffen – ein neuer Blick auf die deutsche Erinnerungskultur

„Wir wollen ein Friedensdorf sein“. Dieses Votum stand an allererster Stelle, als wir vor einigen Jahren an der inneren Entwicklungsausrichtung der Gemeinschaft gearbeitet haben. Der Schock des Ukrainekrieges saß uns in den Knochen. Natürlich wurden wir dadurch nicht wie von selbst friedensfähiger. Friedensfähigkeit ist und bleibt eine ständige Herausforderung.

Es ist ein „Immer wieder!“: Immer wieder im eigenen Inneren Balance und Harmonie herstellen. Immer wieder im Miteinander der Gemeinschaft einen konstruktiven Umgang finden mit unserer Vielfalt an Sichtweisen und kontroversen Interessen. Denn eine Gemeinschaft, die Verlierer hervorbringt, höhlt ihre Kraft von Innen her aus.

Wir Deutsche sind groß geworden in einer Kultur des „Nie wieder!“ Nie wieder Krieg! Nie wieder solche Gräuel, die in unsere deutsche Geschichte eingegraben sind als riesige kollektive, selbst zugefügte Wunde. Nie, nie, nie wieder wollen wir das erleben!
Dennoch: Unser Land wird auf kriegstüchtig gerüstet, die Bevölkerung auf Kriegstüchtigkeit eingeschworen.
Dennoch: Faschistische Stimmen aus dem Volk werden wieder ungehemmt erhoben und politikfähig.

Wie konnte es dazu kommen?

Das Foto oben zeigt weise Männer vom Volk der Kogi, die auf ihrer fünften Reise nach Deutschland auch die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen und die ehemalige innerdeutsche Grenze bei Hohen Neuendorf besucht haben. Sie waren tief erschüttert und konnten spüren, welches Leid dort Menschen erlitten hatten. Erschüttert waren sie aber auch, als sie von unserer Erinnerungskultur hörten. In ihrer Sicht trägt gerade sie dazu bei, dass Krieg, Gewalt und Gräuel sich fortsetzen! Hier ein kleiner Film von diesem Besuch: https://www.youtube.com/watch?v=PGkZ0mq6M-g

Starker Tobak erst mal für (m)ein deutsches, seit frühester Jugend von „Nie wieder“ geprägtes Gemüt. Nun sind die Kogi nicht irgendwelche Schwätzer, sondern ein kleines indigenes Volk in Kolumbien, das aufgrund der eigenen Geschichte größte Glaubwürdigkeit genießt. Ihr Volk kennt Jahrhunderte dauernde Unterdrückung und Gewalt. Dennoch sind sie friedlich gesonnen und hegen keinen Hass gegenüber den ehemaligen Kolonialisten. Das ist die Folge ihrer ständigen spirituellen Praxis, einer umfassenden Heilarbeit im Geist.

Aktuell sind in Kolumbien wieder sehr gewalttätige, für die Kogi bedrohliche bewaffnete Unruhen. Auf die Frage, wie wir sie unterstützen können, kam keine Bitte um Geld für Waffen, sondern ein “Macht spirituelle Arbeit für uns“.

Heilarbeit für unsere historischen Wunden

Wir hoffen, dass im kommenden Jahr ein Seminar mit den Kogi bei uns am Tempelhof stattfindet, in dem es genau um diese Heilarbeit für unsere kollektive deutsche Geschichte geht, darum, Energien von Krieg und Konflikt in uns zu lösen. Zurzeit laufen die Verhandlungen mit Lucas Buchholz vom Verein Sacred Future, ob eine weitere Reise der Kogi zu uns möglich ist. Schaut gerne in den nächsten Wochen auf unseren Veranstaltungskalender 2027.

Wer – in diesen dringlichen Zeiten – schon vorab einen Einblick in diese Heilarbeit bekommen und sie praktizieren möchte, kann im November online an einer Workshop-Reihe zur Heilung intergenerationaler Wunden teilnehmen, die von der der Timeless Wisdom Academy im Anschluss an die Erlebnisse der Kogi an den o.g. Stätten unserer deutschen Geschichte entwickelt wurde. Vertiefende Informationen gibt es unter: https://timeless-wisdom.com/de/event/die-energien-des-krieges-in-uns-loesen/ und zur Anmeldung  geht es unter: https://app.timeless-wisdom.com/indigenous-wisdom/workshops/die-energien-des-krieges-in-uns-lsen

MarieLuise Stiefel

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