Feierliche Übergabe der neuen Jurte mit Küche

„Der nächste Buddha wird nicht in Form eines Individuums erscheinen. Der nächste Buddha könnte die Form einer Gemeinschaft annehmen, einer Gemeinschaft, welche Mitgefühl und liebevolle Zuwendung übt, einer Gemeinschaft, welche ein achtsames Leben übt. Dies könnte unser wichtigster Beitrag sein für das Überleben der Erde.“ – Thich Nhat Hanh

Was aber macht Gemeinschaften aus? Welche Voraussetzungen brauchen Menschen für Gemeinschaften?
In diesem Kurs geht es um eine praktische Gemeinschaftserfahrung als Erkenntnis- und Übungsweg.

ICH in Gemeinschaft – WIR in Aktion

Nach Jahrzehnten übersteigerter Ich-Kultur kann ein neues WIR- nicht einfach entstehen, weil Menschen es wollen. Doch wie wächst aus bisher unverbunde- nen, eigensinnigen “Ichs” eine Gemeinschaft von “All-Leader”, die ein gemeinsames Projekt anpackt und umsetzt? Dieser Frage gehen wir im WiA nach. Eingeleitet durch einen WIR- Prozess ermöglicht der Kurs eine komprimierte Gemeinschaftslernerfahrung und persönliche Klarheit über Voraussetzungen und Herausforderungen von gelingender Gemeinschaft.

Die TeilnehmerInnen und BegleiterInnen bilden eine temporäre Gemeinschaft, die ihren Alltag zeitweise miteinander organisiert, sich selber versorgt und konkrete Arbeitsprojekte umsetzt. Basis des Kurses sind praxiserprobte, gemeinschaftsbildende Strukturen und Prozesse der Tempelhofer Gemeinschaft. Ein zentrales Element ist das Lernen durch Erfahrung mit viel Raum für Reflexion und Feedback.

Der Kurs richtet sich an Menschen auf dem Weg in ein Leben in Gemeinschaft sowie an GemeinschaftsgründerInnen, aber auch an Führungskräfte, die mehr “WIR” in ihre Teams bringen möchten.

Wir bieten den Kurs auch zu Sonderterminen exclusiv für Gruppen an, die auf dem Weg zu einer eigenen Gemeinschaft sind. Voraussetzung ist eine Mindestgruppengröße von zwölf TeilnehmerInnen.

Begleiterinnen

judith Judith Goldblat – Jg.1959, Mutter von drei Kindern 25 Jahre Erfahrung in Lebensgemeinschaften. Ausbildung zur Mal-Ort Dienenden bei Arno Stern. Geschäftsleitung (mit Partner Claus Reimers) der Penguincamps – eine Kombination von Fremdsprachen Erfahrung und freiem künstlerischem Ausdruck für Kinder und Jugendliche. Mitentwicklerin des „Forum“ als Kommunikationsform für Gemeinschaften Mitbegründerin des Gemeinschaftsdorfes „Zukunftswerkstatt Tempelhof“. Facilitatorin von Wir-Prozessen (nach den Empfehlungen von Scott Peck
Dr. MarieLuise Stiefel, – Jg.1951, Sozialwissenschaftlerin mit einer Leidenschaft für die Frage „Wie kommt das Neue in die Welt“ und die Gestaltung kooperativer schöpferischer Prozesse, Moderation von Großgruppen und Workshops, Dialogbegleiterin (Wiener Schule), Beratung bürgerschaftlicher Projekte, langjährige Erfahrung als Führungskraft in der kommunalen Sozialplanung und in selbstverwalteten Gruppen, wohnt seit April 2011 im Gemeinschaftsdorf Schloss Tempelhof und begleitete dessen Entwicklung u.a. als Mitglied des Inneren Entwicklungskreises. www.prozessarchitektin.de
martina-jacobson Martina Jacobson – Jg.1979, Diplom Geografin, erforscht mit Leidenschaft innere Räume und begleitet Gruppen auf dem Weg zu wahrhaftiger Begegnung, verbal und non-verbal. Erfahrene Trainerin und Moderatorin im Bereich Projektmanagement, Organisationsentwicklung und Kommunikation. Tempelhoferin seit 2012, mehrere Jahre im Vorstand der Genossenschaft mit dem Aufbau von Gemeinschaftsstrukturen befasst, jetzt im Aufsichtsrat und in der grund-stiftung am Schloss Tempelhof tätig mit der Leitfrage „Wie gelingt gesellschaftlicher Wandel? www.martinajacobson.net

Die Stimme eines Teilnehmers von GIP1 und GIP2 (jetzt WIA)

Hallo Ihr Lieben,

kürzlich nahm ich an dem Gemeinschaft-Intensiv-Prozess GIP 2 in der Gemeinschaft Tempelhof in Kreßberg teil. Mein Anstoß waren meine gewonnenen Erfahrungen aus dem GIP 1, den ich im Frühjahr 2014 besuchte. Beide Kurse werden von einem WIR-Prozess begleitet basierend auf den Empfehlungen von Scott Peck. Der GIP 1-Prozess und besonders der WIR-Prozess waren für mich bedeutende Schritte wieder mehr zu mir selbst zurückzufinden. Im GIP 1 steht die Frage nach „Ich und Gemeinschaft“ im Mittelpunkt. Ich habe es als eine Forschungsreise zu meinem eigenen Ich empfunden. Innerhalb von fünf Tagen erarbeiteten sich die Teilnehmer einen Weg mit dem eigenen Selbst Kontakt aufzunehmen und so seinen eigenen Potentialen und Grenzen, der lichten und dunklen Seite stärker bewusst zu werden. Dadurch kann ich heute etwas besser einschätzen was ich im Guten, wie auch im Problematischen in eine Gemeinschaft einbringen würde. Durch vielfältige Formen der Gruppenarbeit und Dialogformen entsteht ein geschützter Raum in dem die Teilnehmer den notwendigen Mut fassen können, sich, in Vertrauen auf das wechselseitige Wohlwollen, mit großer Offenheit zu begegnen.

Auch außerhalb der Seminararbeit gab es genug frei Zeit, in der sich die Teilnehmer untereinander begegnen konnten. Dieser informelle Austausch trug ganz entscheidend für die Bildung einer temporären Gemeinschaft bei. Dabei entstanden derart tiefe und authentische Gespräche, wie ich sie mir öfter in meinem Alltag mit Freunden wünsche, aber sie nur ganz selten zustande kommen.

Der GIP 2 stellt hingegen die Frage nach dem „Ich in Gemeinschaft“ in den Mittelpunkt und stiftet folgerichtig einen persönlichen Forschungsraum für sieben Tage (zzgl. drei Tage WIR-Prozess) in dem ich mich in Gemeinschaft bewege; also eine Art Selbstreflexion auf die erarbeiteten eigenen Potentiale und Grenzen im GIP 1. Die Begleiter/innen von Tempelhof geben dabei eine grobe Struktur vor, halten den Raum, sorgen für grundlegende Orientierung, werden dabei aber überwiegend selbst Teil der Gemeinschaft und arbeiten in nahezu allen Phasen in den Projektgruppen aktiv als Teilnehmer mit. Das übliche Trainer-/Teilnehmer- Verhältnis wird dabei überwunden, was nach meinem Empfinden ganz erheblich zu der besonderen Qualität des Prozesses beiträgt. Unsere Begleiter/innen, mit ihren zweifelsfrei vorhandenen Fachkenntnisse und Erfahrungen, lassen sich auf das Risiko ein, ihre Kenntnisse nicht zu dozieren, sondern sie praktisch in ihrem täglichen Tun zum Ausdruck zu bringen. Gerade weil dadurch auch ihre Unvollkommenheit zum Ausdruck kam, agieren sie besonders überzeugend und authentisch.

Es war eine einmalige Erfahrung für mich innerhalb eines Seminars. Gerade weil jedes dozieren, therapieren oder missionieren vermieden wurde, entstand in der Woche ein Raum in dem sich die ganze Vielfalt von Situationen zwischen Menschen in Gemeinschaft entfalten und zeigen konnte – im Guten, wie auch außerhalb unsere Komfortzone, dort wo unsere Unsicherheiten, Ängste, Vorurteile auf uns warten. Das Erleben dieser gesamten Bandbreite machte für uns alle diesen Prozess so vital und ungemein wertvoll. In dem wir uns oft diesen unterschiedlichen Situationen stellten, sie  erlebten,durchfühlten und durchdachten, entdecken wir unsere derzeitigen Fähigkeiten und Grenzen in Gemeinschaft.

Rainer

Anmeldung

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(wenn nicht Deutschland)
Teilnehmer
Erwachsene
1. Erwachsener
Übernachtung inkl. Verpflegung

Vegetarische, saisonale Gerichte, überwiegend mit Lebensmitteln aus der eigenen solidarischen Landwirtschaft zubereitet, hochwertig, biologisch und garantiert frisch, gestern geerntet und heute verarbeitet. Darüber hinaus kaufen wir biologisch, möglichst regional, bzw. aus fairem Handel.

Die Vollverpflegung beinhaltet Frühstück, Mittagessen, Abendessen sowie Pausensnacks mit Wasser, Tee und Kaffee.

Unsere Preise verstehen sich pro Seminartag und Gast inkl. Vollpension und Nutzung der Infrastruktur. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind für die gesamte Dauer des Seminars zu bezahlen. Wir bitten um Verständnis, dass Abweichungen (spätere Anreise / vorzeitige Abreise) nicht berücksichtigt werden.

Sonstiges