Gemeinschaft

Gemeinschaft

Verbindender Hintergrund unserer Vision ist der gemeinschaftliche Einsatz für das Wir, um für...

Vision

Die Werkstatt für Gemeinschaftsentwicklung Schloss Tempelhof möchte das organisatorische Wissen und die Prozesshaften Erfahrungen aus der Gründungsphase der Gemeinschaft Schloss Tempelhof und aus nunmehr rund 8 Jahren intensiver Aufbauzeit, an andere Gruppen und Organisationen weitergeben. Wir wollen mithelfen, dass immer mehr Projekte, Initiativen und Dörfer entstehen können, die Vielfalt, Nachhaltigkeit, ein freiheitliches Leben und eine Ökonomie des Gemeinwohls in ihrer Vision tragen – und dabei den Menschen und die authentische Begegnung von Menschen in den Mittelpunkt stellen wollen. Wir wollen Impulse geben hin zu einer authentischen transparenten Gemeinschaftsbildung – und wir wollen unsere Arbeit auch innovativen Organisationen und Unternehmen zur Verfügung stellen.

P1340651Ein Team von erfahrenen Tempelhofer GründerInnen begleitet in der Gemeinschaftsbildung sowohl bei den ersten Schritten einer Gründung von Gemeinschaften, bei Umstrukturierungen innerhalb von bestehenden Gruppen und Organisationen und auch bei anstehenden Mediationen. Unsere Unterstützung bezieht sowohl rechtliche, finanzielle, Siedlungsentwicklungs- und strukturelle Fragen ein, als auch die Entwicklung verschiedener Module, um den Gruppenprozess in diesen Bereich zu kollektiv stimmigen Entscheidungen zu führen. Gleichzeitig umfasst unsere Arbeit auch die Moderation, Begleitung und Organisation von sozialen Prozessen, öffentlichen Veranstaltungen und von intensiven Gemeinschaftsprozessen, sowie gemeinschaftsbildenden Workshops.

Bei unserer Arbeit ist uns wichtiger Fragen zu stellen, Impulse zu setzen, Spielfelder zu ermöglichen und Hinweise zu geben, als fertige Lösungen vorzusetzen. Die jeweilige Gruppe, deren Potential und die entsprechenden sozialen und strukturellen Komponenten (also auch Art des Grundstücks, Ausrichtungen der Gruppe usw.) ergeben immer eine ganz eigene Bewegung und einen unterschiedlichen Prozessverlauf. Wir wollen diesen inneren Kern gemeinsam sichtbar machen.

Weiter beraten und begleiten wir auch soziale und wirtschaftliche Organisationen und Unternehmen bei Teambildungs- und Übergabeprozessen, sowie Kommunikations- und Konfliktthemen. Wir wenden auch hier Methoden aus der Prozess-, System- und Dialogarbeit, sowie der Impulsmoderation und anderen Settings aus Gemeinschaftstools an.

Die Gemeinschaftswerkstatt Schloss Tempelhof firmiert unter dem Dach der gemeinnützigen grund-stiftung am Schloss Tempelhof. Von den Honoraren wird nur der tatsächliche Bedarf durch die Begleitern persönlich verwendet (Tempelhofer Bedarfseinkommen) – die erzielten Überschüsse gehen in soziale Projekte.

Wer ist das Begleitteam aus der Zukunftswerkstatt Tempelhof?

wolfgang-sechser Wolfgang Sechser, Mitinitiator und Vorsitzender des Aufsichtsrats der eG sowie des Stiftungsrats, Meditationslehrer und ehemalig Unternehmer – und ebenfalls sowohl in der Rechts- und Finanzberatung, als auch in der sozialen Entwicklung von Gruppen (Moderation, Gruppenprozesse, Findung von Gruppen usw.) engagiert
thomas-waldhubel Thomas Waldhubel, langjähriger Coach und Berater, der seit 2010 den Tempelhof maßgeblich in der Strukturorganisation und Selbstverwaltung, sowie als Moderator und Prozessbegleiter, mit aufbaut
Huber-Roman Roman Huber, Aufsichtsrat der eG, Vorstand der Stiftung und einer unserer Mitinitiatoren, der seit langem auch Geschäftsführender Vorstand von Mehr Demokratie. Er hat viel Erfahrung in Konsensprozessen, Moderationen, Rechts- und Finanzierungsmöglichkeiten, sowie neuen ökonomischen Modellen.
stefan-mothes Stefan Mothes, bis November 2013 Bauvorstand, Schlichter bei Artabana und Mitgründer der Lebensgemeinschaft Lübnitz. Er hat die vielen sozialen und organisatorischen Prozesse beim Aufbau einer Gemeinschaft seit Jahren selbst durchlebt und mitgestaltet

Zusätzlich stehen uns weitere erfahrene Personen, je nach Anforderung, zur Verfügung:

Dr. Marieluise Stiefel – Prozessarchitektin
Agnes Schuster- Unternehmerin und Mitinitiatorin
sowie unser weiteres WIR- Prozessbegleitteam mit Gabriele Kaupp, Judith Goldblat und Werner Ratering

Praktisch ergeben sich aus einer Begleitung verschiedene Möglichkeiten

  • wir beraten und begleiten in allen Gründungsschritten und Fragen
  • wir helfen bei der Begutachtung von Grundstücken, Immobilien und der Kalkulation von Baumaßnahmen. Welches Objekt passt zu welcher Gruppe und zu welcher Vision?
  • wir können mit unserer Stiftung Träger eines Ankaufes von Grundstücken oder einer Immobilie werden und dabei in der Finanzierung logistisch, mit unseren Bankenkontakten und mit Bekanntmachung des Projektes in der Öffentlichkeit unterstützen bzw. begleiten
  • wir können Lösungsansätze wie z.B. für eine Ökonomische Transformation, nachhaltige Energiekonzepte, rechtlich passende Strukturen, Finanzierungsmodelle, solidarische Versorgungs- und Landwirtschaftskonzepte, holokratische Strukturmodelle und Wohnformen gemeinsam mit Euch entwickeln und bei der Umsetzung unterstützen
  • wir können Interessenten-Veranstaltungen organisieren und Medienkontakte herstellen
  • wir können in der Gruppenbildung begleiten (WIR-Prozesse, Strukturbildung, Moderation und Mediation) – sowohl vor Ort, als auch am bei uns am Tempelhof
  • wir helfen Konflikte zu erkennen, zu benennen und gemeinsam umzuwandeln

Energieausgleich und Kosten

Als Energieausgleich setzen wir bei den Erstgesprächen 60,- € pro Stunde und Person oder auch 460,- € Tagessatz (bei 8 Stunden) zzgl. Spesen für Anfahrt und Übernachtung an. Die Kosten für bestimmte Module könnten jeweils nach Absprache vorab gemeinsam festlegt werden. Da wir in unserem Umfeld hier am Tempelhof bereits sehr viel mit Tausch und Arbeitseinsatz agieren, würden wir bei Gründungen von Gemeinschaften anfänglich im EuroRahmen bleiben (bei bestehenden Gemeinschaft sind gegenseitige Tauschunterstützungen nach Absprache gut vorstellbar). Bei nicht gemeinnützigen Projekten oder Wirtschaftsunternehmen erhöht sich der Stundenansatz auf 90,- €.

Die eigentliche Beratung rechnen wir anschließend mit 100,- € pro Stunde bei gemeinnützigen Organisationen oder 190,- € bei Unternehmen ab. Die Tagessätze liegen bei 800,- bzw. 1500,-€ jeweils zzgl. einem Fahrtausgleich von 35,- € bzw. 70,- € pro Stunde.

Für gemeinschaftsbildende WIR-Prozesse von ca. 2 Tagen ergibt sich ein Ausgleich von 2000,-€ je nach Anzahl der Teilnehmer(max. Anzahl 20 Personen) für 2 Begleiter über ein Wochenende zzgl. Anfahrt und Spesen. Für wirtschaftliche Unternehmen erhöht sich die Summe auf 3000,-€ zzgl. Anfahrt und Spesen.

Es gibt auch die Möglichkeit ein auf die Gruppe abgestimmtes GIP (GemeinschaftsIntensiv Seminar), entweder bei uns oder vor Ort zu organisieren. Dauer: 4,5 Tage – Kosten pro Kurs 4900,-€ zzgl. Spesen für 2 Begleiter, max. 20 Teilnehmer.

Mit welchen Methoden/ Techniken arbeiten wir?

Gemeinschaft_Fishbowl_2Wir arbeiten mit verschiedenen Methoden insbesondere auch mit Spiel-, Impuls- und Improvisationsformen. Ganz vorneweg versuchen wir mit einer Aufteilung von sachbezogener und energetischer Moderation auf zwei Personen, uns auch auf den Hintergrund von Prozessen bei allen Teilnehmern einzulassen und nicht nur den jeweiligen Ablauf, die Sachthemen in den Vordergrund zu stellen. D.h. eine Person moderiert den Tagesablauf, die andere Person beobachtet und erfühlt den Teilnehmerprozess und interagiert entsprechend. Dies beinhaltet auch eine Form von Impulsmoderation, die die Trennung zwischen Vortragenden und Zuhörern verringert.

Unser zentraler gemeinschaftsbildender Prozess ist der sogenannte WIR-Prozess nach Scott Peck. In diesem Setting dienen die Gruppe und der Gruppenkontext als Übungsfeld für eine „radikale Selbstexploration“. Die Bereitschaft gemeinsam auf eine Reise zu gehen, sich gemeinsam durch entstehende Enge und Unterschiedlichkeit zu begeben und nicht wegzulaufen, lassen authentische Gemeinschaft und Verbundenheit jenseits von Erwartungen und Beurteilung erfahrbar werden. Dies geschieht alles ohne die Aufforderung einer Leitfigur, eines Lehrers, oder eines Therapeuten und setzt eigene Motivation und Verantwortlichkeit voraus. Diese Gemeinschaftsbildung geht davon aus, dass jeder Teilnehmer die Kompetenz von Führungs- und Leitungsqualität in sich trägt und somit Teil einer Gruppe von „all leaders“(Scott Peck) wird. Im Verlaufe des Prozesses, der von Freitagabend bis Sonntagnachmittag geht, können verschiedene Phasen wahrgenommen werden, die in unterschiedlicher Reihenfolge auftauchen: Die Pseudoharmonie, die Chaosphase, die Leere und eine authentische Gruppenerfahrung. Die Aufgabe der Begleitung besteht darin, den geschützten Raum zu halten, gelegentlich Impulse zu geben oder auf Energie- Veränderungen hinzuweisen. Je nach Ablauf können dabei auch zeitliche Unterbrechungen, Kleingruppen, Körperarbeit oder andere Arbeitsmethoden vorgeschlagen werden. Der Begleiter/in kann in unserer Auslegung auch Teil des Gruppen Prozesses sein – also auch selbst Teilnehmer werden. Der WIR -Prozess wird so zu einem „freien“ Übungsfeld ohne Programm und ohne Vorgaben. Die wichtigste Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich auf die gemeinsame Suche zu begeben, um für das zu ringen, was Menschen miteinander verbindet und so Gemeinschaft ermöglicht. Dabei gibt es keinen festen Weg, keine vorgegebene Lösung. „Take a risk! „ – eine zentrale Empfehlung, begleitet alle Teilnehmer auf diesem so unbekannten Weg.

Bei schwierigen Themen oder bei Konflikten bzw. zur Vorbereitung von kontroversen Entscheidungen setzen wir gerne einen “Fishbowl” ein: Es gibt einen großen Außenkreis, auf dem alle Teilnehmer sitzen und in der Mitte einen Innenkreis mit 6-8 Sitzmöglichkeiten. Nur in diesem Innenkreis findet der eigentliche Austausch zum Thema statt – der Außenkreis hört ohne Beteiligung zu. Ein Stuhl im Innenkreis bleibt immer frei. So kann immer mindestens eine Person aus dem Außenkreis spontan und nach Impuls an der Diskussion teilnehmen. Diese Arbeit vertieft Prozesse sehr – und schafft gerade durch die schweigende Zeugenschaft des Außenkreises, sehr kraftvolle transparente Prozesse.

Interessant ist sicher auch eine Kombination aus Sachdialog zu einem Thema und einem Impulsprozess nach den Empfehlungen von Scott Peck. Dabei wird immer, wenn der Prozess zu einem Thema z.B. zu “flach”, zu einseitig oder zu aggressiv wird, eine halbe bis ganze Stunde der Dialog beendet und nur noch die tiefen wichtigen Impulse gezeigt, die Einzelne jeweils gerade wirklich mitteilen müssen. Auf diese wird nicht unmittelbar reagiert – sie dürfen “stehen” bleiben. Oft entstehen sehr heilsame oder kreative “Schweigemomente”, die sich dann wieder abwechseln mit kraftvollen lebendigen Emotionen. Durch diesen Wechsel können oft emotionale Prozesse zwischen den Menschen von den Sachthemen entkoppelt werden und schwierige Themen lösen sich anschließend manchmal viel leichter. Meistens bleiben die Impulsteile ohne Thema – manchmal wird das Sachthema auch in diesen Bereich mit einbezogen.

Weitere Informationen können unter unseren Veranstaltungen z.B. bei GIP 1, GIP 2 oder WIR-Prozess erlesen werden

Referenzen

anima mundi Akademie, Dießen am Ammersee, PDF ansehen

DOK.fest, München, PDF ansehen

Wolfgang Sechser Stand 2014.6.3